Wie bekomme ich mehr Taktikkompetenz im Tennis?

Gastbeitrag von Andeas Ehstand
siehe neue Kommentare, weiter unten

Es gibt im Tennisbereich eine Vielzahl von Veröffentlichungen im Bereich der Tennistaktik. Deutlich wird mittlerweile, dass die Nähe zum Tennismatch ein nie zu unterschätzender Einflussfaktor ist (siehe auch unseren Beitrag von Jan Hasper). Im Folgenden wird dargestellt, wie im Breitensport anhand von reinem Matchtraining mit Zusatzaufgaben vor allem taktische Elemente natürlich und unkompliziert in das eigene Spiel integriert werden könnten. Dieser Artikel zeigt ein sehr gut funktionierendes Beispiel aus der Praxis, mit dem die Zeit auf dem Court sinnvoll genutzt werden kann.

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Matchanalye – so stellt man Unforced Errors ab!

Gerade, weil es im Match oft auf einige wenige Punkte ankommt, sind vermeidbare Fehler besonders ärgerlich. Man sollte aber mit sich nicht zu hart ins Gericht gehen, denn Unforced Errors abzustellen, ist schwerer als man denkt.

Wir geben dazu wertvolle Hilfen und räumen mit dem Mythos auf, ein Unforced Error kommt, weil man nicht bei der Sache war.

Unforced Errors werden oft für Taktik und Matchanalyse herangezogen. Doch manche Fernsehkommentatoren machen es sich zu leicht: viele Unforced Errors sind eigentlich gar keine. Sie wurden durch die Spielweise des Gegners und die Logik des Tennis an sich provoziert. Die Sportwissenschaften haben sich bereits mit den Unforced Errors im Tennis befasst. Auch daraus kann man Nutzen ziehen.

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Schnelligkeit im Tennis

Dass Tennis auch mit Schnelligkeit etwas zu tun hat, leuchtet unmittelbar ein. Aber es gibt völlig unterschiedliche Arten von Schnelligkeit und der Anteil der unter Zeitdruck gespielten Schläge – unter 20% – wird meist erheblich überschätzt.

Der lauffaulen Clubkameraden immer wieder gerne reingereichte höhnische Anfeuerungsruf „Tennis ist ein Laufsport!“ trifft den Sachverhalt nur äußerst ungenügend. Über 80% der Schläge werden aus dem Stand gespielt, was die Bedeutung des anderen Aspekts der Schnelligkeit hervorhebt: die Zuschlagschnelligkeit bzw. die Schlaghärte.

Glücklicherweise sind zur Schnelligkeit interessante sportwissenschaftliche Studien im Netz verfügbar, die wir für das Tennis nutzen wollen. Dies ist ein recht umfassender Beitrag, der nach und nach durch kleinere Auszüge für den Freizeitspieler ergänzt wird.

Rückblickend werden die meisten von uns feststellen, welche gravierenden Trainingsfehler uns beim Technik- und Schnelligkeitserwerb unterlaufen sind. Wie groß der Informationsbedarf ist und wie Trainer auch gelegentlich versuchen, „dicht zu halten“,  zeigt die fundierte Anfrage einer 15-jährigen Leichtathletin in dem Sportlerforum, in dem ich mit inzwischen weit über 500 Antworten aktiv und unterwegs bin, hier… .

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Polyrythmus

Every word we speakPolyrythmus und ungerade Rythmen sind wichtige Parameter von Musik, die in besonderem Maße einen Aufforderungscharakter zum Tanzen ausüben, oder sogar durch den Tanz mit gestaltet werden.

Sie beziehen Ihre dynamisierende Wirkung aus dem Zusammenprall ihrer Ungradzahligkeit mit unseren paarsymmetrischen Extremitäten, unseren Beinen, Armen und Händen.  

„Wenn wir gehen, ist es Rythmus, wenn wir Sprechen, ist es Rythmus“ (übersetzt).

 

 

In Mittel- und Westeuropa ist die Kompetenz, ungerade Rythmen zu rezipieren, zu schätzen und zu generieren recht schlecht ausgeprägt, anders als in den Balkanländern, der Türkei und Indien.

Besonders aber die afrikanische Volksmusik fällt durch ihre  polyrythmischen Strukturen auf, in denen die Musik im gemeinsamen Tanz und im gemeinsamen Musizieren gewissermaßen arbeitsteilig entsteht.  Siehe hierzu auch die Ausführungen der Evolution des Menschen unter besonderer Berücksichtigung der gemeinschaftlich generierten Musik, Abschnitt Music and dancing, hier….

 

„In Africa, music and dancing is mostly tied to rites, that are performed in certain social contexts, and they are exclusively aimed at social activities. 29 This is also evident in black music in America, where social relations are the main theme, while complex music and instruments are typical of non-African music. In Africa, the main instruments are drums and the human voice, while outside of Africa, there is a variety of complex instruments, dances and music, that are more aimed at entertainment, creativity and perfection. 90,000 – 100,000 years ago Neanderthals had phalange whistles. 41 of them have been found in Prolom II in the Crimea. 70,000 – 80,000 years ago there is a flute in Haua Fteah, Libya, which has been found together with Neanderthal mandibles. Finally, 40,000 years ago there is another flute in Divje Babe 30 Neanderthals are also believed to have sang. 31 Interestingly, both the phalange whistles and flutes seems to have been evolving gradually up until recent times. This seems to indicate they originated in Neanderthals, and where taken over by AMH or hybrids“

Siehe auch den Beitrag im Spiegel-Online, hier…. Bei all  diesen evolutionsgenetischen Betrachtungen ist die Gefahr eines im wissenschaftlichen Gewande wiederkehrenden Rassismus gegeben. Trotzdem ist es interessant, auch diese Begründungslinie unterschiedlicher Musikausübung im Auge zu behalten.

Ungerade Rythmen entstehen bei dieser Musikweise fast zwangsläufig.

Die Ursachen für die Mitteleuropäische Rythmusschwäche wären zu untersuchen. Neben den über tausend Jahren Lustfeindlicher Kultureinflüsse der Katholischen Kirche könnte auch die Eigenart der Sprache zu diesen Defiziten geführt haben.

Verschiedene Sprachen scheinen in unterschiedlichem Maße rythmisches Empfinden, mit Betonung auf ungeraden Mustern, zu unterstützen.

Wie schwierig die Abgrenzung der Begriffe und der rythmischen Phänomene sind, illustriert der Wiki-Beitrag hier…  (WikiProjekt_Jazz/Rhythmus)

Die folgenden Darstellungen erheben keinen wissenschaftlichen Anspruch. So sind die beispielhaft gezeigten Video-Clips keinesfalls alle „ausgezählt“. Manchmal erfolgt die Zuordnung (ungerade oder nicht) anhand des „Bauchgefühls“, das im positiven Fall der Detektion des inneren „Achterbahngefühls“ eines Foristen entspricht, der dies für eine bestimmte Brahms-Komposition berichtet hat (an deren Nachvollzug ich noch arbeite).

Die Auswahl der Clips basiert entsprechend auf subjektivem Geschmack, der sich allerdings auf jahrzehntelange persönliche Vorliebe für afrikanische und andere ursprüngliche Quellen polyrythmischer Musik abstützt. Ausgangspunkt war eine Hörfunkgsendung über afrikanische Volksmusik des SFB-Berlin, ca. 1970. Die Aufnahme ist für mich nicht mehr verfügbar, aber einige afrikanische Rythmusmuster (Module) wurden gelernt und können noch heute reproduziert werden.

Die vor einigen Jahren moderne Samba-Bewegung haben wir nur am Rande verfolgt.
Viele Aspekte der polyrythmischen Musik werden vermutlich von der Sambamusik fokussiert.

Der Bogen der hier gezogen wird, ist ziemlich weit, und manchmal sicher gewagt oder übertrieben.

Kommentare sind daher ausdrücklich erwünscht!

Urheberrechte
Um eine kompakte auditive Übersicht zu ermöglichen, werden kurze Ausschnitte zu einem eigenen YouTube-Clip zusammengestellt. Die Quell-YouTubes sind sämtlich im Beitrag ersichtlich bzw.als embedded YouTube gezeigt. Die Kürze der Ausschnitte soll gewährleisten, dass durch die Rezeption des zusammenfassenden YouTubes keine Konkurrenz zu den Original-YouTubes entsteht. Diese  Seite verfolgt überdies keine wirtschaftliche Zielsetzung. Die Google-Werbund dient lediglich der partiellen Refinanzierung der Kosten für den Betrieb des Weblogs www.tennisfragen.de.

Falls dennoch Bedenken bezüglich der urheberrechtlichen Grundlagen bestehen, bitten wir um Hinweis, siehe Impressum: gegebenenfalls werden diese Teile von uns unverzüglich entfernt. Aus diesem Grunde wurde der Beitrag auch in unfertigem Zustand bereits ins Netz gestellt.

 

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Soll man im Match immer lächeln?

Es war eine Freude, Sabine Lisicki bei der Übertragung ihres Matches gegen Maria Sharapova in Melbourne zuzuschauen. Ihre Schlagtechnik deckt sich hundertprozentig mit dem, was wir hier seit Jahren als State of the Art proklamieren. Was nicht verwundert, wenn man weiß, dass ihr Vater Richard zu einem Thema der Bewegungswissenschaften promoviert hat, „Trainingsmethoden für die Entwicklung der Schlaggeschwindigkeit unter Beibehaltung der Schlagpräzision“ (Quelle). Wir wollen hier aber die psychologische Seite näher beleuchten und mit Boris Becker einem weitverbreitetem Mythos in der Sportpsychologie aufräumen. Dies nützt jedem Tennisspieler, seine Matchperformance zu verbessern.

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Muskelmodelle für die Vorhandsimulation

Bei den Überlegungen, welcher Schläger für welchen Spieler am günstigsten ist, müssen vorab einige Randbedingungen geklärt werden.

Was macht das Racket mit dem Ball und wie beschleunigt ein Spieler seinen Schläger (Strokes).

Hier werden drei Modelle vorgestellt und zum kostenlosen Download angeboten. Inbegriffen das sensationelle Muskelsimulationstool von Wiemann, mit dem man spielerisch selbst erforschen kann, wann ein leichter und wann ein schwerer Schläger Vorteile verspricht.

 

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