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Serve and Volley – welcher Schläger für den Netzangriff?

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Immer wieder wird nach speziellen Ratschlägen für die Schlägerwahl gefragt. Aber richtige Schlägerwahl ist eine Wissenschaft für sich. Und selbst sie kann diese Frage letztendlich nicht einwandfrei entscheiden.

Man muss dabei betonen, dass es heute auf Asche keine reinen Serve and Volley-Spieler mehr gibt. Auf Hartplatz aber erklimmen mitunter sehr groß gewachsene Spieler dank ihres guten ersten Aufschlags und ihres Netzspiels raketengleich die Tennisrangliste.

Milos Raonic ist solch ein Shootingstar (siehe den Clip in diesem Beitrag ). Aber ansonsten, vor allem auf Asche, müssen heute bei jedem guten Spieler auch die Grundschläge druckvoll und perfekt sein, auch der Topspin. Ein Schläger muss also alle diese Bereiche gut abdecken.

Eine schöne Einführung zum Thema richtiger Schläger finden wir in dieser Erläuterung zum Download, eine Tennisschlägerinfo des TV Burgsinn, mit dem wir einen guten Kontakt pflegen. Für den Einstieg ist es eine liebevoll aufbereitete, gut gemachte Zusammenstellung, die wir empfehlen, zumal unsere eigenen auch für Anfänger ausgewiesenen Beiträge doch leider mitunter noch etwas schwere Kost sind.
Auch in unserem Beitrag Soll ich meinen Schläger schwerer machen? haben wir dieses Thema weiter vertieft.

Ein schönes Übungsbeispiel habe ich bei Mardy Fish gefunden (angedeuteter Aufschlag).

Mardy Fish, Übungen zum Serve&Volley

Zum Topspin gibt es, was die Schlägerwahl betrifft, zwei Wege:

  • weiches Saitenbett und profilierten Saiten (nicht so gut, wenn man einen schnellen Passierball parieren will), oder
  • hartes Saitenbett und schwerer Schlägerkopf.

Will man Serve &Volley spielen, wird man sich nicht nur auf den geraden Aufschlag verlassen wollen.

  • Der geschnittene Aufschlag muss effektiv sein (Schlägergeschwindigkeit ist wichtiger, als Ballbeschleunigung). Spricht eher für einen leichten Schläger, weil der mit gleicher Energie auf höhere Geschindigkeit gebracht werden kann.
  • Für Volley und Aufschlag ist ein längerer Schlägerschaft von Vorteil. Extreme Longbodys sind aber heute durch Reglement ausgeschlossen.
  • Auch ein größeres Saitenbett erhöht die Trefferquote beim Volley auf einen schnellen Passierball. Trotzdem schwören gerade Serve&Volley-Spezialisten (der höheren Spielklassen) auf eher kleinere Schlägerköpfe, weil der Trampolineffekt und die damit verbundenen Treffwinkelverzerrungen geringer sind. Und die kleinere Trefferfläche wird durch bessere Rückmeldung teilweise kompensiert, siehe zur Kybernetik…

Aber letzten Endes gilt auch:

  • Zum Serve & Volley-Spieler muss man die körperlichen Voraussetzungen erfüllen (Größe) und
  • auch die psychische Konstitution besitzen oder erwerben, die vom Netzangreifer eine höhere Risikobereitschaft verlangt, als beim Grundlinienspieler.
  • Und zuletzt: darf man nicht vergessen, ist die Gewöhnung an einen (grundsätzlich) neuen Schläger wegen der vielen Eigenschaften, die ein Schläger in unterschiedlichen Situationen zeigt ein langwieriger Prozess, auch wenn das mancher Clubspieler nicht wahr haben will. Je besser jemand spielt, umso sensibler spürt er die feinen Unterschiede. (Kennfeld des Tennisschlägers)

© Dr. Holger Hillmer

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