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Funktioniert Tennis auch ohne Stöhnen?

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Atemtechnik mit Geräusch ist ein stark emotional besetztes Thema. Konsens besteht, dass mit dem Schlag ausgeatmet werden sollte. Trainingshinweise oder Hilfen finden wir dazu in der Tennisliteratur leider nicht . Das überlässt man lieber anderen Sportdisziplinen.
Ein Kommentar eines unserer Leser bringt völlig neue Aspekte in diese Diskussion.

 Vielleicht weil das mit dem bewussten Ausatmen oft verbundene Stöhnen weniger als sportliches Thema, sondern als soziales Problem gewertet wird, siehe Video(werbe-)clip. Der großen Bedeutung der Atemtechnik beim Tennis wird diese Betrachtung jedoch keinesfalls gerecht.

Wie bei anderen wichtigen Details der Tennisausführung auch, wird die Atemtechnik oft nicht gelehrt. Allerdings war es ein Trainer, der mich mit dem Stöhnvirus infizierte. Er forderte mich auf, bei jedem Schlag zu stöhnen. Sofort gingen meine Bälle wegen der zusätzlichen Energie weit ins gegnerische Aus. Seitdem stöhne ich lustvoll auf dem Tennisplatz – nicht immer zu jedermanns Freude. Hier können Sie testen, ob Sie Tennis auch hören: akustische Leckerbissen aus SPON. ( „Wer stöhnt denn da?)

 Und was finden wir bei Schönborn, dem Guru der deutschen Tennis- und Trainerszene zur Atemtechnik? Nichts, verschlafen. Man muss man bezüglich Atemtechnik in andere Sportarten gehen, um Hinweise zu bekommen. Neben dem Kraftsport, bietet sich insbesondere der Kampfsport zum Vergleich an. Auch hier muss nach dem biomechanischen Prinzip der maximalen Anfangskraft ein maximaler Kraftstoß abgegeben werden. Insofern durchaus vergleichbar mit der modernen Vorhand.

Just hat sich das Thema angesichts der Begegnung  Lisicki vs.  Shaparova (siehe unseren Beitrag Soll man im Match immer Lächeln?) bei den Australian Open wieder in die breite Öffentlichkeit geschlichen (bild-Zeitung). Dabei wird die Beschwerde von Lisicki kolportiert, sie hätte sich durch das Stöhnen – bei Sharapova kann man von Kreischen sprechen – ablenken lassen. Das kann man vielleicht gerade noch verstehen, sehr merkwürdig ist aber die Forderung von Barbara Rittner, Teamchefin unserer Damen, diese Geräusche „schriftlich“ zu verbieten:

„Eine Regel, zumal schriftlich, wäre super“, hofft Deutschlands Fed-Cup-Kapitänin Barbara Rittner. Allerdings kaum zu realisieren.

Fein, gibt es dann neben dem Hawk-Eye auch noch ein Eagle Owl-Ear? (Uhu-Ohr). Schlägt das dann auch an, wenn einer aus dem Publikum sich einen Scherz erlaubt?

„In meinem Fall ist es einfach die Art, wie ich bin und wie ich spiele. So atme ich, so bewege ich mich“, erklärt Asarenka und betont, dass „Maria und ich nicht die einzigen sind, die stöhnen“.
Scharapowa gibt sich hingegen betont cool: „Ich werde immer wieder danach gefragt, aber niemand Wichtiges hat mir je gesagt, dass ich etwas ändern muss.“ Quelle

Typisch Sportlerpersönlichkeit, die es gewohnt ist,  in Rangordnungen zu denken.

 (Wobei, das muss hier betont werden, die Sportlerpersönlichkeit wissenschaftlich schwer fassbar ist, siehe dazu ein Grundlagen-Manuskript aus dem Netz hier…)

Die WTA hat nun Nachwuchskurse zur Stöhneindämmung angekündigt. Wir sind gespannt.

Gehörschädigung durch Stöhnen?
Welt.de
verstieg sich 2008 sogar zu der Behauptung, dass Stöhnen die Gehöre der Zuschauer schädigen würde. Dies ist allerdings nicht zu erwarten. Wer sich in der technischen Akustik etwas auskennt, weiß, dass sich Schallwellen im Allgemeinen kugelförmig im Luftvolumen ausbreiten. Das bedeutet, die Schallenergie nimmt mit der dritten Potenz der Entfernung (Radius) ab. Niemand hält sein Ohr an den kreischenden Mund von Maria Sharapova, niemals kommen 100 db beim Zuschauer an. Augustin Ulrich Nebert, ein Wissenschaftler, der sich mit Lautbildung beschäftigt, und uns für Oktober einen Autorenbeitrag zugesagt hat, hält es sogar für unwahrscheinlich, dass überhaupt 100 dB erzeugt werden. Dass Männer so hohe Geräusche nicht zustandebringen, liegt an ihren längeren Stimmlippen, siehe unseren E-Mail-Wechsel hier….
Wirklich gehörschädigend sind die Vuvuzeelas, die dem Vordermann direkt neben das Ohr geblasen werden (wegen der Horncharakteristik wird hier die menschliche Blasenergie noch besonders effizient an die Luft abgegeben). Schädlich für die Fußgänger sind eher die Martinshörner von vorbeifahrenden Feuerwehr- und Krankenwagen, die wegen der schalldämmenden Autoscheiben und intensiven Unterhaltungselektronik im Auto immer stärker aufgerüstet wurden.
Der im Welt-Artikel selbst angestellte Vergleich mit einem einfahrenden U-Bahnzug unterstreicht eher die Harmlosigkeit, wobei allerdings die U-Bahn ein völlig anders Frequenzsprektrum erzeugt, wenn nicht gerade die Bremsen quietschen.

Ähnlich gefährlich dürften auch die wie Fächer ausgebildeten Klappergeräte sein, die vor einigen Jahren von Tennisclubs an das Publikum verteilt wurden. Die wirkten dann auch aus nächster Nähe auf die malträtierten Gehörgänge. Ich möchte auch nicht wissen, wie ein lautes Klatschen neben einem Ohr wirkt.

Wie sagt doch der beliebte deutsche Humorist Dieter Nuhr – übrigens ein Kind meines Clubs – „Wer keinen Ahnung hat….“

Stöhnen im Sport
Hier schreibt der Kampfsportler (folgende Ausführungen in Anlehnung an und im Einverständnis mit Ralph P. Görlach):

Im Kampfsport kommt es gerade darauf an, durch die Kontraktion großer Muskelgruppen, unterstützt durch eine starke Ausatmung, die maximal mögliche Kraft für EINE Technik zu generieren, was insofern durchaus mit dem Tennis-Schlag vergleichbar ist. Auch wenn in Lehrbüchern noch gefordert wird, die Atmung nicht willentlich zu beeinflussen, so gilt dies nur für Ausdauersportarten. Dort wurde früher eine Synchronisation von Schritt- und Atemrythmus gefordert, die heute in Frage gestellt wird. Dies gilt aber nicht für alle sportlichen Situationen.

Richtig ist, jede Beeinflussung der Atmung hat Auswirkungen auf die Technik, Ausdauer und damit insgesamt auf das Leistungsvermögen. Das können positive aber auch negative Auswirkungen sein. Der Mensch muss für viele Sportarten erst lernen, richtig zu atmen. Der Schwimmer lernt z.B. für die kurze Zeit beim Freistil, Schmetterling, Brustschwimmen usw., wo er den Kopf aus dem Wasser nimmt, optimal einzuamten. Atmung hat etwas mit Rhythmus zu tun. Wer den falschen Atem-Rhythmus hat, arbeitet unökonomisch. Ebenso unökonomisch wie jemand, der zu hektisch atmet. Man muss lernen im richtigen Moment zu atmen, um mit der Atmung die Technik optimal zu unterstützen.

Stöhnen im Kampsport
In der Kampfsportausbildung wird deshalb die kampfsportspezifische Atmung speziell geschult. Dieses Erlernen der richtigen Atmung kann ein sehr langwieriger Prozess sein.
Natürlich reduziert sich die Effizienz einer Technik nicht auf die Atmung. Aber sie trägt entscheidend zu deren Erfolg oder Misserfolg bei.
Jeder Sportler muss lernen, dass er mit dem Kraftstoß ausatmen muss. Er muss lernen, dass die Einatmung völlig natürlich die nächste Bewegung einleitet und, dass er für die Einatmung eigentlich nichts weiter tun muss, als die Anspannung (= Muskelkontraktion) zu lösen und so der durch die Kontraktion des Zwerchfells und der übrigen Rumpfmuskulatur zusammengepresste Brustkorb den Sauerstoff ohne zusätzliche Muskelaktivität in die Lungen einsaugt..

Stöhnen und Kultur
Was das Stöhnen anbetrifft, noch folgende Anmerkung: Kinder werden in vielen Kulturen gehalten, immer „still“ zu sein. Auch ich (Ralf P. Görlach) hatte im Kampfsport meine Probleme zu lernen, einen richtigen Kampfschrei auszuführen, denn das ist genau das Gegenteil zu dem, was die Eltern, Großeltern immer sagen: „Schrei nicht so herum …“ Die Asiaten sind von ihrem „kulturellem Naturell“ her, ruhiger und viele (für Japaner und Chinesen kann ich dies aus eigener Erfahrung sagen) haben zwei Gesichter: Ein öffentliches und ein privates. Im öffentlichen Raum verhält man sich entsprechend der gesetzten Normen – also still, zurückhaltend und bescheiden.

Die positive Wirkung der Atemtechnik (ausatmen mit der Technik/dem Schlag) bestätigt sich leicht, indem man folgenden Versuch durchführt:

  1. beim Schlag einatmen
  2. beim Schlag die Luft anhalten (Pressatmung)
  3. beim Schlag ausatmen
  4. beim Schlag mit einem lauten Schrei ausatmen.

Man wird eine Steigerung der jeweils verfügbaren Kraft feststellen.

In Bezug auf das „Stöhnen“ gehe ich von einem richtigen Ansatz in der Atmung aus, aber die Kraft ließe sich maximieren, wenn die Luft völlig ungehindert ausströmen könnte. Beim Stöhnen wird die Luft doch etwas mehr durch den Hals gepresst. Insofern wäre ein Schrei vorzuziehen, was ja einige Tennisspieler durchaus nutzen.“ Soweit der Kampfsportler.

Natürliche Atmung versus Atemtraining
(siehe auch die Ergänzungen in den Kommentaren, weiter unten!)
Es ist festzustellen, das selbst Atmung kulturell überformt ist. Für, in der biomechanischen Terminologie, „Kraftstöße“ ist eine Synchronisation des Ausatmens günstig. Viele werden dies unwillkürlich richtig einsetzen. Es gibt aber auch jene, die das nicht tun, die aus irgendeinem Grund falsch atmen. Die haben einen „Anspruch“, Orientierung seitens des Trainers zu erhalten.

Stöhnen als feed-back
Stöhnen gibt dem Unterbewusstsein ein feed-back. Manche kommen ohne aus, aber wer erst später die Atemtechnik sich aneignet, für den ist es eine gute Hilfe. So schreibt Allen Fox:

„Breathe

No joke. Inhale through your backswing and exhale through your fore-swing. Let go of a full release of air as you swing, like a sigh. That’s what players who „grunt“ are doing, but they vocalize it.

Doing it out loud is unnecessary but it helps in one way. The sound is strong feedback and becomes „grooved“ as a part of your stroke. So, the brain habitually reproduces an exhalation as you swing if it’s used to hearing one out loud. When you’re used to hearing it, you’ll notice the moment you tense-up and stop.“ Quelle siehe hier….

Stöhnen als Katharsis
Kommt noch der Aspekt der psychischen Entladung von Angst und Anspannung, der durch einen Schrei erreicht wird und der wohl auch für historisches Kampfgetümmel verbürgt zu sein scheint. Im Kampf gegen feindliche Horden wurde immer gebrüllt, zur Beeindruckung des Gegners und zur eigenen Tension Reduction.

Im Kampfsport, und das gilt m.E. auch für das Tennis, unterstützt der Schrei oder das Stöhnen auch die wahrgenommene Schlagwirkung, quasi eine Verstärkung der Selbstwirksamkeitserfahrung

Stöhngegner interessieren weniger die Belange der Spieler
Interessant ist die Zielrichtung der vielen Kommentare zum Kreischen der Monica Seles: keinesfalls stand das Wohl und Wehe oder die Wirkung auf die Kampfkraft der Tennisspielerin im Vordergrund, sondern es ging um die soziale Kompatibilität mit den Normen des gesellschaftlichen Umfeldes.

Diese Normen beanspruchen noch immer Geltung. Eltern und Trainer versuchen, den Kindern das Stöhnen abzugewöhnen – Kultur gegen Natur. Andererseits ist eine zunehmende Toleranz zu beobachten.

In jüngster Zeit ist die Kritik gegen Stöhnen und Kreischen wieder lauter geworden, gleichzeitig aber wird von denselben Moderatoren bei einigen Spielerinnen mehr Aggressivität vermisst (Faust ballen, oder die Bemerkung, „Azarenka habe eine große Zukunft, sie ist auch nicht zu lieb“ – sinngemäß wiedergegeben v. Wilander, anlässlich der Übertragung des Damenendspiels in Melbourne). Wir denken, das passt nicht gut zusammen.

Stöhnen und Atmen – ein sträflich unterschätztes Thema im Tennissport
 Atmen und Stöhnen werden in der Tennisausbildung nicht ausreichend geschult!  Liegt es daran, dass hier ein extrem interdisziplinär angelegtes Aufgabenfeld vorliegt? Die folgende Aufstellung legt dies nahe.

Interdisziplinäre Reichweite von Atmen und Stöhnen im Tennis
Es reicht …

  • von den biomechanischen Konsequenzen der modernen Grundschläge für die optimale Atmung zu den
  • Aspekten der Stimmbildung
    • physiologisch
    • Sexus
    • kulturell bzw. regionalspezifisch
    • gendermäßig
  • dem Phonationsmodus
    • Gesang,
    • Sprache und
    • ganzkörperlichen Atemwurf, zur
  • Ausbreitung der Schallenergie in einem Luftvolumen, zum
  • Schalldruck beim 
    • Publikum
    • Gegenspieler/in
    • Medien
  • Mit den Wirkungsdimensionen
    • medizinisch (Gehörschädigung)
    • psychoakustisch (Lästigkeit, Sympathie)
    • taktisch (Ablenkung des Gegners vs. Aufbau des laut Atmenden)
  • die Messung sowie die eventuelle
  • Operationalisierung im Tennis-Regelwerk (Eagle Owl-Ear).
  •  sowie der Umgang von Personen und Institutionen der Tennisszene und außerhalb in der Sportpolitik bzw. den Medien mit diesem Themenbereich…

All dies erfordert eine weit gefächerte Kompetenz, ganz getreu unserem gewählten Leitspruch,

„wer nur vom Tennis etwas versteht, versteht auch nichts vom Tennis“

siehe unseren Beitrag hier….

 

 

© Dr. Holger Hillmer

2 Kommentare

  1. Hallo,

    einen „Kraftsport“ haben Sie unberücksichtigt gelassen, obwohl da auch die Atemtechnik für den Erfolg entscheidend ist: Den Gesang. Hier bietet sich die Frage an, ob der Luftausstoß nicht auch mit „sozial kompatibleren“ Geräuschen verbunden werden könnte – dem Operntenor gelingt dies jedenfalls.

    Überhaupt stellt sich die Frage, warum die Damen so viel geräuschvoller Tennis spielen als die Männer. Könnte es sein, daß Männer wegen der zu erwartenden längeren Spieldauer mit ihrem Atem mehr haushalten müssen? Nun kann man natürlich John MacEnroe als klassisches Beispiel dafür anführen, daß auch Männer nicht immer geräuschlose Tennisspieler sind. Aber – er hat nicht beim Spiel Radau gemacht, sondern nur zwischendurch.

    • Hallo, Gerd Diederichs, mit der Gesangsausbildung kenne ich mich nicht gut aus. Ich weiß nur, dass man beim klassischen Gesang sehr bequem stehen muss, damit das Zwerchfell frei arbeiten kann.

      Ihr Vergleich mit dem Gesang ist eine befruchtende Anregung, der ich inzwischen intensiv nachgegangen bin.

      Die größere Lautstärke bei Frauen erkläre ich technik-akustisch auch mit dem für die Übertragung günstigeren hohen Frequenzbereich.

      Es gibt sicher auch kulturelle Einflüsse, vielleicht aber auch genetisch programmierte Präferenzen, dass russische Frauen sich im höheren Frequenzbereich „artikuieren“ (siehe hierzu die interessante Dissertation über den Ballweitwurf von Homosexuellen, von Jens Dirk Thieß, in dem die pränatale und folgende Entwicklung von für den Sport wichtigen Eigenschaften untersucht werden).

      Bei sehr hohen Tönen reichen schon wenige Mikrowatt für hohe Durchdringung (z.B. Vögel, Zirpen der Grillen usw., wenn ich das richtig erinnere) Im mittleren oder tiefen Frequenzbereich müssen wesentlich höhere akustische Leistungen bereit gestellt werden, um vergleichbare Lautstärken beim menschlichen Empfänger zu erzeugen. Deswegen werden wohl auch Hilferufe in hoher Tonlage abgegegben.
      Trost: im Alter geht die Ohrkurve „da Oben“ abrupt in den Keller (Spaltfunktion, aus der Analogaufnahmetechnik bekannt). Das heißt, man kann sich die hohen Töne zwar noch zusammenreimen (wegen der Subharmonischen), die Lautstärke nimmt also stark ab, nicht gleichermaßen hingegen die Lästigkeit, die auch psychosozial geprägt ist.

      Wie gesagt, ich persönlich habe kein Problem damit, wenn die Mädchen beim Tennis kreischen. Durch Zufall hörte ich nach dem Finale in Melbourne eine Feldhockey-Begegnung Japan vs. China. Die konnten auch ganz schön Lärm machen. Es soll übrigens auch Menschen geben, für die ein Opernsopran eher lästig als,angenehm klingt.

      Ich vermute, dass das Vorhaben der WTA bezüglich der Atmungsschulung für Nachwuchstennisspielerinnen in irgend einer Form Ihrem Vorschlag einer „sozialverträglichen“ Geräuschbildung entsprechen werden.

      Weniger Verständnis habe ich aber für Beschwerden einiger Spielerinnen, dass sie sich gestört fühlten. Sie müssten das Kreischen doch gewöhnt sein, da es heute fast ubiquitär im Damentennis ist. Es beschweren sich nur die Damen, die nicht selbst kreischen. Sie sprechen dann pro domo, was auf mich nicht sehr sportlich wirkt.

      Wenn man das Alles hätte unterbinden wollen, hätte man es bereits bei Monica Seles, die die Erste war, durchsetzen müssen. Zum jetzigen Zeitpunkt kommt man damit zu spät, weil man die Rangordnungen im Damentennis von Unten noch Oben kehren müsste.

      Mit sportlichem Gruß

      Holger Hillmer

      Spätere Ergänzung
      In der Zwischenzeit bin ich dem Thema Stimmbildung weiter nachgegangen. Es ist bekannt, dass die Stimmlage nicht nur physiologisch, sondern auch kulturell starkt beeinflusst ist. Siehe hierzu diesen schönen Bericht im Erzählstil, der einige Hinweise gibt (ab fünftem Absatz).
      Außerdem fanden wir einen sehr interessanten Aufsatz von Ulrich Nebert, der uns einen eigenen Beitrag für den Herbst zugesagt hat.

      Etwas off topic
      ich selbst bin recht früh mit dem Thema Stimmbildung in Berührung gekommen, als wir mit Schulkameraden nach dem Abitur eine Schauspielerin für einen Sprechkurs konsultierten.
      Das für uns Merkwürdige war, dass wir etwa eine gefühlte Oktave höher sprechen mussten, um die Lehrerin zufrieden zu stellen. Das deckte sich allerdings nicht mit unserem (männlichen) Selbstbild und wir gaben das Projekt „besser artikulieren“ wieder auf. Siehe zu diesem Phänomen den oben verlinkten Aufsatz von Ulrich Nebert. Dennoch habe ich den Eindruck, dass die Männerstimme in höheren Bildungsschichten Deutschlands seltener in einer tiefen Stimmlage zu verorten ist, vielleicht kann Ulrich Nebert dazu einen Schlenker einbauen.

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