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Besaitungsfragen

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 Ein erheblicher Anteil der Schlagenergie geht durch die Kompression (und Erwärmung) des Balles für die Ballbeschleunigung verloren.
Die Saite hingegen absorbiert nur maximal 5 % der Schlagenergie.
Je härter das Saitenbett ist, umso stärker verformt und erwärmt sich der Ball. Durch eine elastische Saite kann man somit eine höhere Ballbeschleunigung erzielen.
Modern sind heute Saiten, die besonders viel Schnitt übertragen, um die höhere Schlagenergieausbeute der weicheren Bespannung besser zu kontrollieren.

Inzwischen gibt es neben angerauhten Saiten auch solche mit mehreckigem, statt rundem Querschnitt. Damit kann man sogar auch ohne Scheibenwischervorhand ordentlich Topspin erzeugen.

Weich bespannte Schläger
Die Bespannung hat also ganz erheblichen Einfluss auf die Spieleigenschaften eines Schlägers. Der Trend geht heute zu leichteren Schlägern und weicherer Bespannung. Ja, man kann auch mit 10 oder 15 Kg Bespannhärte gutes Tennis spielen, siehe dazu hier… Dort heißt es „…Selbst bei den Tennisprofis sind die Vorlieben bezüglich der Bespannungshärte sehr unterschiedlich. Beispielsweise hat der Italiener Filipo Volandri beim French Open Grand Slam Turnier von Roland Garros im Jahr 2009 mit einer unglaublichen Bespannungshärte von nur 10 kg (22Lbs) gespielt. Den härtesten Schläger hat bei diesem Turnier Jürgen Melzer aus Österreich mit 35 kg (77 Lbs) gespielt. Im selben Jahr verwendete Raffael Nadal beim Turnier von Wimbledon eine Bespannungshärte von 25 kg, obwohl man bei diesem extremen Topspin-Spieler eigentlich eine deutlich härtere Bespannung erwartet hätte“. Ich erinnere mich, dass der Ecuadorianer Andre Gomez in Roland Garros im Jahre 1990 dort einst mit 15 Kg Bespannhärte antrat und French Open Sieger wurde. Eine Übersicht über die Bespannhärte der 10 besten Damen und Herren, siehe hier…. als niedrigster Bespannwert innerhalb der Australian Open (2011) wurde Leonardo Azarro ausgewiesen, mit gerade einmal 13,6 Kg ! Interessant an der Liste ist auch, dass die Damen nicht deutlich weicher bespannen, als die Herren. Darüber muss man mal gesondert nachdenken.

Elitespieler Bespannhärte und Ballgeschwindigkeit
In einer empirischen Studie von Bower und Cross, Elite tennis player sensitivity to changes in string tension and the effect on resulting ball dynamics , wurde übrigens feststellt, dass selbst Elitespieler nur sehr schlecht vom Spielgefühl her die Saitenspannung einschätzen können.
67% der Spieler konnten eine Differenz von 7,5 Kp nicht unterscheiden und nur 11% waren in der Lage, einen Unterschied von 2,5 Kp Bespanngewicht zu „erfühlen“, bei Schlägern, die zwischen 21 und 28 Kp bespannt waren. Auch bezüglich der Ballbeschleunigung wurden keine großen Unterschiede berichtet (im Bereich von 117 Km/h, mit Abweichungen von 9 Km/h nach unten und nach oben – gemessen mit einer Radarpistole, also im Zeitpunkt kurz nach dem Schlag). Die Autoren erklären sich das damit, dass die Spieler automatisch die Schlägergeschwindigkeit etwas anpassten.
Die Profis schlugen übrigens im Ballwechsel „nur“ 6% schneller, als die guten Freizeitspieler, wobei die Bespannhärte erstaunlicherweise keinen Einfluss hatte.

Meine eigenen Messungen in meinem Club ergab übrigens ebenfalls nur erstaunlich geringe Geschwindigkeitsunterschiede zwischen flach und schnell spielenden Clubspielern (1. VL) und älteren Spielern mit ähnlichen Ballflugbahnen. Dies liegt auch daran, dass der Ball auf seinem Weg durch die Luftreibung erheblich an Fahrt verliert. Je schneller er abgeht, umso stärker wird er gebremst. Die gestoppten Zeiten von Schlag zum Auftippen lagen zwischen 0,6 bis 0,9 Sekunden, wobei letztere schon eher recht hohe Topsinbälle waren. Da man die Bälle während des Messvorganges gut sieht und hört, ist eine recht genaue Messung mit einer einfachen Stoppuhr (iPhone) möglich.

Unterhalb von 21 Kp macht sich aber doch ein anderer Absprungwinkel bemerkbar, 3 Winkelgrad bei 18 Kp, der typische Trampolineffekt. Und darunter wurden keine Versuche unternommen. Dies ist aber der Härtebereich, den wir eingangs angesprochen haben. Dazu kommt, dass der Schläger mit 355 Gramm relativ schwer war und die Geschwindigkeit des ankommenden Balles mit knapp  80 Km/h relativ hoch.

Es ist jedenfalls bemerkenswert, dass bei den Grundschlägen, völlig anders als beim Service keine so erheblichen höheren Ballgeschwindigkeiten bei den Profis festgestellt werden.

Aufschlaggeschwindigkeiten Km/h, absteigend, nach gemessenen Durchschnittswerten (Quelle Saitenforum, siehe auch unseren Beitrag   Spitzenspieler und Freizeittennis zwei Welten?)

  • 147,13 H55-004
  • 129,35 H00-001
  • 127,50 H00-003
  • 122,40 H50-010
  • 119,35 H00-009
  • 118,65 H00-008
  • 116,15 H00-011
  • 114,00 H55-005
  • 111,50 H55-006
  • 110,86 H00-007
  • 105,45 H55-002
  • 093,90 H55-012

H00 oder H55 ist die Altersklasse mit laufender Nummer (alle Spieler sind in Bayern K3 oder K2, also eher Breitensport…)

Harte Saite für mehr Topspin
Der einfachste Weg zu viel Topspin zu kommen, ist eine sehr harte Bespannung. Dadurch wird der Ball besonders stark komprimiert, klebt länger am Saitenbett und hat eine größere Berührungsfläche. Allerdings muss eine hohe Schlagkraft aufgebracht werden (können), weil die Ballverformung einen erheblichen Anteil der Bewegungsenergie des Schlägers schluckt.

Spinübertragung
Modern sind heute daher Saiten, die auch bei weicherer Bespannung besonders viel Schnitt übertragen können. Diesen braucht man dann auch, um die in diesem Fall höhere Nutzung der Schlagenergie durch mehr Topspineinsatz kontrollieren zu können. Inzwischen gibt es neben angerauhten Saiten auch solche mit mehreckigem, statt rundem Querschnitt. Da mehreckigen Saiten aus härterem Material bestehen müssen, weil sich die Kanten sonst zu schnell abwetzen, spielen sich diese meist monofilamenten Saiten etwas unkomfortabel. Deshalb werden sie gerne hybrid verwendet, d.h. mit elastischeren Saiten aus anderem Material kombiniert. Das Zusammenmspiel mit diesen elastischen Saiten kompensiert die Steifigkeit aber nicht ganz. Deswegen sind hierfür besonders armschonende Schläger besonders geeignet, z.B. der Head-Protector, mit Chip, der ideale Schläger für die sehr steife dreieckige Pyramid-Saite von Iso-Speed.
Im Allgemeinen sagt man, dass dünnere Saiten Spin besser übertragen, als dicke Saiten, weil sie sich in die Balloberfläche besser eingraben. Dazu sind aber keine wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt (zur Rauhigkeit und Spinübertragung generell aber hier…).

Allerdings kann der Effekt mehreckiger Saiten mit der geschilderten Versuchsanordnung nicht gemessen werden. Die Saiten werden in Längsrichtung zweimal um einen Zylinder gewickelt, der mit Ballfilz beklebt wurde. Die Saiten werden also in ihrer Längstrichtung mit der Reibung beaufschlaft. Die durch die Mehreckigkeit entstehenden Kanten können ihren typischen Zusatzgrip hier also nicht entfalten. Die große Spannweite der gefundenen Werte ist dennoch interessant.

Bei Saiten mit mehreckigem Querschnitt könnte bezüglich des Saitenquerschnitt sogar das Gegenteil zutreffen. Je dicker die Seite und je weniger Ecken (also runter bis drei Ecken), umso größeres „Reinkrallen“ in den Ball. Das kann man mit der bloßen Hand erfühlen. Grund: die scharfen Kanten simulieren eine dünnes Saite. Diese kleinen „Messerchen“ können bei einer dickeren Saite tiefer in den Ball einschneiden, als bei einer dünnen Saite, einfach, weil ihre „Klingen“ tiefer reichen. Außerdem wird bei dickeren Saiten das gesamte Saitenbett durch die stärkere „Umlenkung“ der Saiten, untereinander, selbst stärker waffelartig konturiert. Auch dies erhöht die gewünschte Tendenz zum Formschluss – also mehr Spinübertragung.

Spinwirkungen im Match
Schließlich ist noch zu bedenken, dass der Ball sich durch diese Saiten extrem schnell abnutzt. Der Schläger wirkt wie eine Raspel. Wenn beide Spieler mit einer solchen Saite spielen, ist der Filz schnell abgetragen. Kommt man mit der „Raspel“ gegen einen Spieler mit normaler Saitenbespannung, werden die im Spiel befindlichen Bälle noch während des Matches sehr glatt. Der Gegner bekommt dann mit seiner „Normalbespannung“ den stark rotierenden Balle kaum „umgedreht“. Ein großer Vorteil für den Spieler mit „Raspelracket“.  Die Raspel macht viel Spin und der Gegner muss sich „unbewaffnet“ mit den Flatterbällen herumquälen. Anders sind die Verhältnisse, wenn Slice auf Topspin trifft. Die Ballrotation wird dann nicht umgedreht, sondern mitgenommen. Für den typischen Slice-Spieler kann das ein Vorteil sein, weil er den Spin voll für seinen Slice mitbenutzen kann.

Die erreichten Umdrehungszahlen des Spins sind sehr beachtlich. Die Damen erreichen im Spitzentennis beim Topspin über 2000 Umdrehungen/Minute, die Herren an die 4000 und bei Nadal wurden 6000 Umdrehungen/Minute gemessen. D.h., ein solcher Ball strahlt einen „Brummton“ der Grundfrequenz von 100 Hz ab (Netzbrumm, bei alten Trafos und früheren Verstärkern und Rundfunkempfängern 50 Hz!)

Dass der Effekt von Topspin und Slice auf die Flugbahn durch die Eigenrotation des Balles nicht so leicht zu berechen ist, zeigt Schneider von der Uni Erlangen. Das Paper ist leider nicht mehr im Netz, aber hier noch im Webarchiv vorhanden. Man müsste sehr viele Annahmen über die Grenzflächen des Balles treffen. Eine andere Möglichkeit wäre es, den Effekt empirisch zu bestimmen (Messung). Hier liegen jedoch keine Daten vor. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass eine Veränderung des Reibwertes der Bespannung (Abschleifen der Saitenkanten) bei weicher Bespannhärte sehr schnell dazu führt, dass die Ballfluglänge kaum noch zu kontrollieren ist. Hat der Gegner die „schärfere Raspel“, ist man als Topspinspieler bei sonst gleichen Vorraussetzungen klar im Nachteil.

Einen Überblick über die im Spitzenbereich gespielten Saiten findet man  hier… Allerdings vermisse ich eine systematische Betrachtung. Nicht mal die Form der neu angepriesenen Babolat RPM blast wird beschrieben. Immerhin interessant sind die Hinweise auf Spieler, die trotz gegenteiligen Werbevertrages die „falschen“ Schläger spielen. Eine Bestätigung für meine Einschätzung in Bezug auf das „Kennfeld der Tennisschläger“.

Kann man nur mit dem Scheibenwischer (Wiper) Topsspin erzeugen?
Die Kombination von Biss und Schlagstil macht den Topspin. Übrigens, auch mit einer geraden Schlagbewegung, die mit einem gewissen „Anstellwinkel“ über den Ball schert (also Schlägerkopfbewegung parallel zur Ballflugbahn) kann man Topspin erzeugen. Umso mehr, je heftiger das Saitenbett sich in die Balloberfläche „verkrallt“. Das kann Jeder zu Hause mal ausprobieren: mit der senkrecht geführten Schlägerfläche einen Ball gegen den Boden prellen (ist dann ein Slice). Funktioniert! Oft wird übrigens der Scheibenwischer-Anteil der modernen Schläge überschätzt: wie man in slow-motion… (Tabelle 5, Frames 48 bis 50). Aufnahmen erkennen kann, ist die Aufwärtskomponente der Schlägerkopfbewegung meist recht unspektakulär. Die Bedeutung der Scheibenwischerbewegung für den Topspin kommt einem Mythos nahe. Diese Bewegung wird erzeugt, um mit der Unterarmpronation möglichst hohe Schlägergewschwindigkeit zu erreichen.  In Bodennähe kann ohnehin keine deutliche Aufwärtsbewegung generiert werden, weil ja unter dem Ball kaum „Luft“ ist. Allerdings folgt auch die Aufwärtskomponente der Peitschenlogik, d.h. erst im letzten Moment vor dem Ballkontakt wird der Schlägerkopf stark beschleunigt. Selbst bei dem gezeigten gerade wirkenden Schlag können wir ablesen, dass die Schlägerkopfgeschwindigkeit in vertikaler Richtung weniger als die Hälfte (28 Km/h vertikal zu 65 Km/h horizontal) der Schlägerkopfgeschwindigkeit in horizontaler Richtung beträgt.

Ich selbst spiele eine heptagonale Saite, siebeneckig, auf einem sehr leichten Schläger (Völkl DNX 1, + Topspin Cyber MAX ROTation, 1,27 dick, 15 Kg bespannt) und habe damit sonst bessere Spieler schon zur Verzweiflung gebracht. Das klingt etwas unfair – entspricht aber dem Wettkampfgedanken.

Vielleicht werden diese Saiten eines Tages verboten, so, wie die sogenannte „Vilsbiburger Patsche“, eine mit Röllchen versehene Bespannung von 15Kg Härte, die vor 30 Jahren kurzfristig für Aufsehen sorgte. Sie erhöhte die Verweilzeit am Schläger und konnte enorm viel Spin auf den Ball übertragen.

Exkurs Vilsbiburger Patsche
Man kann den Spin auch durch andere Maßnahmen erhöhen. Die Vilsbiburger Patsche, oder Klatsche, oft auch als Doppelbespannung oder Spaghettischläger bezeichnet, verlängerte vermutlich die Kontaktzeit Ball/Saitenbett durch die kleinen Röllchen, die Spaghetti. Details siehe hier… im Saitenforum. Zur Funktionsweise schreibt R. Cross

Cross weist darauf hin, dass die Saiten nicht verwoben sind, wie bei einem normalen Tennisschläger. Deshalb können sie einen größeren Teil der tangentialen Energie speichern und wieder abgeben.

Ein Originalbild habe ich nicht gefunden, hier aber eine „Nachbauanleitung“ des für Turniere inzwischen nicht mehr zugelassenen Schlägers. Zum Thema Doppelbespannung: es gab mal ein Schlägermodell, bei dem sich zwei voneinander wirklich unabhängige Bespannungen gegenüber lagen. So konnte man eine härtere und eine weichere Bespannung nach Gutdünken während des Matches abwechseln. Leider habe ich auch dies durch einfaches Googeln nicht belegen können, sondern kann es nur als Zeitzeuge – hatte den Schläger selbst in der Hand – dokumentieren.

Wer bessere Quellen dazu hat, ich bitte um Hinweis in der Kommentarfunktion.

Kann man sich also auch auf seinen Schläger draufmachen (für Wettkampf verboten, aber als Verblüffer bestimmt sehr effektiv. Vielleicht ist es nicht verboten, beim Einschlagen diesen Schläger zu verwenden.).

Hybridbesaitung
Immer häufiger werden Saiten kombiniert, knackige Saiten (z.B. Kevlar, monofile oder strukturierte) mit eher elastischen. Siehe auch die Kombinationen mit strukturierten Seiten, weiter oben.

Besonders sinnvoll ist die Kombination von Naturdarm- und Kunststoffsaiten. Während der Naturdarm bei trocken-warmem Klima eher an Spannung zunimmt, wird die Plastiksaite bei Hitze weicher, lässt also nach – ein natürlicher Ausgleich. Mit Kunstdarm bespannte Schläger haben, gerade wenn man mit geringer Bespannhärte spielt, bei Hitze einen zusätzlichen Katapult-Effekt, den man dann kaum kontrollieren kann. Eine Kombination mit Naturdarmsaiten würde dies kompensieren. 
Naturdarmsaiten haben allerdings zwei Nachteile. Sie sind erstens teurer und gehen zweitens bei Regen kaputt. Da hilft auch eine Plastifizierung nicht lange, zumal diese den Reibwert am Ball erheblich herabsetzt. Deshalb rauhte man früher die Saiten nach dem Bespannen mit Schleifpapier von Hand auf.

Saitenpflege
Auch heute werden von sehr anspruchsvollen Spielern, vor allem im Spitzenbereich, noch Darmsaiten (Schaft und Rind) gespielt. Diese Saiten bedürfen der besonderen Pflege. Sie werden mit Saitenöl behandelt, damit sie nicht so schnell Feuchtigkeit aufnehmen.

Bei Kunststoffsaiten ist eher Wärme das Problem. Deshalb wird der Schläger möglichst in einem Thermobag aufbewahrt. Was Plastik macht, wenn es warm wird, weiß Jeder.

Man kann auch mit einem Pinsel Staub aus den Saiten wischen, in der Hoffnung, damit den Abrieb an den Saitenkreuzungspunkten zu vermindern. Eine andere Lösung sind kleine Plastikteilchen, die man zwischen die einzelnen Kreuzungspunkte einklemmt. Aber Achtung, durch die Umlenkung der Saiten an diesem Kreuz wird die Bespannung härter! Falls sie sowieso schon zu weich geworden sein sollte, ein gewünschter Nebeneffekt.
Aber Achtung, durch das altersbedingte Recken der Saite ist diese härter geworden. Das gleichzeitige Nachlassen des Bespanngewichtes glich dies etwas aus. Spannt man das Saitenbett nun aber mit den Kreuzchen nach, kann das Saitenbett schnell zu hart werden. Selbst die Kontrolle der Bespannhärte mittels eines Schwingungsmessgeräts registriert diese Veränderung nicht, daher: Tennisarmgefahr.

Eine schöne Einführung zum Thema richtiger Schläger finden wir in dieser Erläuterung zum Download, eine Tennisschlägerinfo des TV Burgsinn, mit dem wir guten Kontakt pflegen.

 

© Dr. Holger Hillmer

15 Kommentare

  1. Schläger mit der Doppelbespannung, auch als Vilsbiburger Patsche oder Spaghettischläger bezeichnet, wurde 1978 verboten, nachdem der Tennismanschaft aus Vilsbiburg, bestehend aus Freizeitspielern, der Aufstieg in die Bundesliga gelang und hierbei bei den Aufstiegsspielen die Tennismannschaft aus Berlin, bestehend aus Ranglistenspielern, besiegte.

    Die Doppelbesaitung richtig zu einzuziehen ist aufwändig und kompliziert. Bei fehlerhaftem Besaiten entsteht eine zu große Streuung. Richtig besaitet ist die Ballkontrolle hervorragend. Weitere Infos, zum Beispiel wie man einen Schälger mit der Doppelbesaitung richtig bespannt und was eine noch effektivere „Röhrchenbesaitung“ ist, bekommst Du über meine E-Mail-Anschrift: wernerfischer39@gmx.de
    Die „Röhrchenbesaitung“ verleiht einen mit Top Spin geschlagenen Ball eine Geschwindigkeit, die mit einer herkömmlichen Besaitung und gleichem Kraftauwand nicht möglich ist. Diese Besaitung nutzt für die Ballbeschleunigung nicht nur die Energie vom ankommenden Ball, sondern auch die Drehenergie des Balles. Das bedeutet, wenn der Gegner einen Top Spin mit viel Drall spielt, dann entsteht durch die „Röhrchenbesaitung“ bei guter Ballkontrolle eine zusätzliche Ballbeschleunigung.

  2. … super interessant, danke! Was ich noch nicht verstanden habe: erzeugt ehet die Längs- oder die Quersaite den Spin?

  3. Hallo,
    kann leider im Netz nichts darüber finden, aber darf ein Schläger härter besaitet werden als „empfohlen“ drauf steht? Ich habe einen Wilson schläger der von 22-26kg empfohlen wird, aber mit 29kg besaiten lassen. Und nun ist er geknickt (gleich bei den ersten Schlägen mit der neuen Saite). Könnte mich nicht erinnern den Ball nicht richtig getroffen zu haben, auch habe ich den Schläger nicht fallen lassen oder auf dem Boden aufgeschlagen.

    MfG Reini

    • Ich denke, das geht dann auf eigenes Risiko. Mir ist aber keine Bestimmung für eine Toleranzgrenze bekannt.
      Wie wäre es mit der Hausratsversicherung?

    • Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Rahmen durch das hohe Zuggewicht von 29 kg zerstört wurde.
      Hier sind ein paar Faktoren unbekannt: Alter des Schlägers, Zustand des Schlägers.
      Ein Bespannungsfehler könnte auch vorliegen, und, und….
      Materialfehler kann natürlich auch sein.
      Ferndiagnose ist da schwierig.

      Ich selbst habe auch ein Jahr lang einen Kennex mit 31-33 kg gespielt und oft besaitet. Der Rahmen ist immer noch ganz.

  4. hallo,
    bedanke mich für den „wirklich“ hilfreichen beitrag von dir.
    habe meine ideen nun umgestellt und denke die passenden modularien für meinen neuen wilson blade 98 s, 16/18, realitätsnah gefunden zu haben.

    grüße frank

  5. Hi Holger,

    meinst Du vielleicht das „Blackburne Double Strung Tennis Racquet“.

    Dieses ist beidseitig bespannt. Es ist nach ITF auch zugelassen für Turniere.
    Ich habe mir das vor einem Monat bestellt aber noch nicht erhalten. Es gibt auch sehr wenig Erfahrungsberichte im Netz dazu aber viele Diskussionen. Ich wollte es mal ausprobieren.

    Aktuell spiele ich den Babolat aeropro drive gt plus mit der RPM Blast und 25 kg. Vorher habe ich den Head Prestige gespielt. Die Plus-Variante ist 1,5cm länger und davon erhoffe ich mir einen besseren Hebel. Ich habe auch sehr große Hände und daher wollte ich einen längeren Griff für meine beidhändige Rückhand haben. Ich selber bin 1,98cm groß (ca. 85-90kg) und nutze genau die Nadal-Technik für den Vorhand-Topspin mit Handgelenkvorspannen und Hüftrotation. Das hat bei mir die beste Verbesserung gebracht. Allerdings muss sich mein Unterarm noch an den längeren Schläger gewöhnen. Momentan kämpfe ich mit einer Verhärtung im Unterarmbeuger.

    Denkst Du, dass es mal sinnvoll wäre, eine Saite mit 15kg Bespannung draufzuziehen?

    VG
    Michael

    • Lieber Michael, sehr interessant. Bin gespannt, wie Deine Erfahrungen sind!
      Wenn Du mit 15 Kg bespanntst, muss die Saite sehr steif und möglichst profiliert sein.
      Sonst bekommst Du einen kurzen Topspin cross oder einen extremen inside-out (siehe Verdasco/Murray) nicht hin:zuviel Länge bzw zu wenig Spin.
      Mit bestem Gruß
      Hollo

  6. hi! hab hier nochn bild von der „Vilbiburgerpatsche“ gefunden! habs selbst mal probiert. spin ist unglaublich, jedoch keine kontrolle!

    http://www.itftennis.com/technical/equipment/strings/stringing/

    • Danke, Andreas, für den Hinweis. Kannst Du noch sagen, wieviel Kg auf der Saite drauf ist?
      Übrigens, Dein Link verweist auf einen weiter gefassten Bericht zur Bespannung und zeigt auch in einerm weiteren Link die Variation regelgerechter Bespannungsbilder.
      Etwas skeptisch bin ich bezüglich der Aussage, dass 25% weniger Bespanngewicht nur 2% mehr Speed bringen. Das kommt mir sehr wenig vor und gilt möglicherweise nur für hart geschlagene Bälle. Bei weich geschlagenen Bällen dürfte der „Gewinn“ erheblich größer sein.

  7. Ich spiele mit Head Extreme Elite Bespannung 25kp Saitenwahl Pacific Darm u.Multi bin sehr zufrieden auch Armschonend.

    • Hallo, Kommentare sind sehr erwünscht. Bitte teile uns noch ein paar Daten zu Deiner Konstitution und Spielweise mit: evtl Deine Größe, Gewicht, Grundlinienspieler, Topspin, beidhändig, Slice-Spieler. Ansonsten kann man mit den Erfahrungen nicht so viel anfangen.
      Danke
      Hollo

  8. Danke, Clemens Purkop für den interessanten und informativen Kommentar. Mir ist klar, dass der gute Praktiker eigentlich schon mehr weiß, manchmal auch nur ahnt, als man derzeit „ausrechnen“ kann. Es ist dann aber für alle Seiten beruhigend, wenn sich die praktischen Erfahrungen mit theoretischen Überlegungen einigermaßen decken. Und wir wissen ja, nicht Jeder Ratsuchende gerät an einen guten Praktiker, Stichwort Kaufhaus – kann einem aber auch woanders so passieren – aber deshalb mach ich ja auch das Portal. Übrigens, ich habe es nicht gezählt, aber es dürften so 30 einschlägige Dissertationen sein, die ich für meine Besucher und natürlich auch für mich selbst, durchsehen und teilweise umsetzen konnte.

  9. Meine Meinung zu diesem Artikel bezieht sich auch auf Inhalte der Artikel „Schläger richtig besaiten“ sowie „Soll ich meinen Schläger schwerer machen“ (tunen).

    So unterschiedlich wie Tennisschläger sind auch die Schlagtechniken der Spieler. Aus diesem Grund ist es meiner Meinung nach für einen Tennisspieler so gut wie unmöglich auf Basis von Messergebnissen für sich eine Vorentscheidung zur Schlägerwahl, Besaitungshärte sowie Schlägertuning zu treffen oder aber sogar zu behaupten, dass ein schwererer Schläger besser sei.
    Die beiden grundsätzlichen Faktoren für die richtige Wahl des Schlägergewichtes, die Schlägerkopgröße, das Besaitungsbild, die Besaitungshärte sowie letztendlich das Schlägertuning sind zuerst einmal das Spielvermögen und dann die Fitness des Tennisspielers.

    Für einen Tennniseinsteiger ist es sinnvoll sich zuerst einmal für ein leichteres Schlägermodell mit großem Schlägerkopf zu entscheiden. Über Jahre des Spielens und sofern der Spieler Talent besitzt und sich wesentlich verbessert wird er automatisch einen schwereren Schläger wählen. Dies liegt vor allem daran, dass ein schwererer Schläger eindeutig mehr Kontrolle vermittelt worauf der Spieler den größten Wert legt.

    Leider ist es jedoch so, dass gerade Einsteiger und überwiegend junge Spieler sich zu sehr von der Werbung beinflussen lassen. Häufig gibt es im gleichen Club auch einen überragenden Spieler wodurch häufig die Entscheidung gefällt wird den gleichen Schläger zu spielen.
    Das schlimmste jedoch sind Kaufhäuser und Sportgeschäfte deren Personal dazu neigt, lieber sofort hochpreisige Rackets an den Mann oder die Frau zu bringen als sich die Zeit zu nehmen um nachzufragen, welches Spielvermögen und Fitness vorhanden sind und welche Schlagtechnik überwiegend gespielt wird.

    Genauso negativ fällt mir als Direktbesteller auf, dass der Sportfachhandel häufig die Schläger fertig besaitet zuschickt, obwohl unbesaitet angegeben wurde. Grundsätzlich spräche dem ja nichts entgegen. Doch in vielen Fällen war es so, dass die Besaitung entgegen der Herstellerangaben vorgenommen wurde. Damit sind 2 oder 4 Knoten gemeint. Ein erfahrener Besaiter erkennt schon allein am Ösenband wie der Schläger zu besaiten ist. Also Schere raus und durchschneiden und richtig besaiten.

    Nachfolgende Empfehlungen beziehen sich auf die große Masse an Spielern und Spielerinnen mit Leistungsklasse 10 bis 23.

    Bei der Wahl des Schlägergewichtes sollte beim Spieler dessen Fitness, sein Spielvermögenm und sein Alter berücksichtigt werden. Leichtere Schläger für Kinder, Senioren und Hobbyspieler. Schwerere Schläger für Meden-, und Turnierspieler.

    Bei der Wahl der Schlägerkopfgröße sollte beim Spieler dessen Spiel-, und Schlagtechnik zugrunde gelegt werden. Kleinerer Schlägerkopf (unter 630 cm2) für Offensivspieler mit wenig Topspin. Größerer Schlägerkopf (ab 645 cm2)für Grundlinienspieler mit Topspin.

    Bei der Besaitungshärte fällt auf, dass die meisten Tennisspieler ihre Schläger viel zu hart bespannen. Die Folge daraus sind langsamere Bälle sowie eine Verschlechterung der Schlagtechnik, da der Spieler versucht das langsamere Balltempo mit mehr Zuschlagkraft auszugleichen. Darunter leiden Flugrichtung und Balllänge.

    Bei der Wahl zum Durchmesser einer Tennissaite sollte ein Spieler eher zu einem dünneren Durchmesser greifen. Die Vorteile liegen im Komfort, der Beschleunigung sowie dem Effekt mehr Spin zu erzeugen.

    Bei der Frage ob Naturdarm, Multifil, Monofil oder Hybrid entscheidet alleine das Gefühl des Spielers. Hier heißt es ausprobieren und sich für diejenige entscheiden, welche einem das angenehmste Gefühl vermittelt.
    Bei der Frage nach der Profilierung einer Tennissaite gelten die gleichen Kriterien.

    Für den Fall dass jemand daran denkt sich eine Besaitungsmaschine zuzulegen um für sich selbst und andere zu besaiten. Eine eher untergeordnete Rolle spielt der Preis einer Tennissaite. Teurer heißt nicht gleich besser. Bei der riesigen Auswahl vom niederpreisigen bis zum mittelpreisigen Segment ist für fast jeden etwas dabei.

    Es bedarf keiner höheren Mathematik oder Magie. Ein guter Besaiter mit fundierten Kenntnissen über die Auswirkung von unterschiedlichen Bespannungshärten für die Längs-, und Querseiten kann aus einem Sortiment von 4 unterschiedlichen Tennissaiten (Mono rund 1,2mm * Mono rund 1,25 mm * Mono profiliert 1,3mm * Multi 1,25 mm) fast jeden Wunsch eines Spielers erfüllen.

    Mit sportlichen Grüßen
    Clemens Purkop

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