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Aufschlagtraining zu Hause?

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Dirty Diaper, „Schmutzige, stinkende Windeln“ ein schönes Bild zur Verbesserung des Aufschlags.
Die Frühjahrssaison naht. Noch ist Zeit, an technischen Verbesserungen zu arbeiten, die im letzten Sommer zurückgestellt wurden, um sich nicht die Matchperformance zu verderben.

Allerdings haben die meisten Spieler nur ein oder zwei Hallen-Doppelstunden pro Woche abonniert. Wird`s also wieder nichts mit technischen Verbesserungen?

Das muss nicht sein: Vieles kann man zu Hause trainieren, zum Beispiel den Aufschlag.

Mit dieser Dokumentation zum systematischen Einsatz von Trockentraining im Tennis betreten wir absolutes Neuland.

Wir zeigen, dass man auch oder besonders das Trockentraining mit Videos kontrollieren muss.

Die damit erreichten Erfolge sind drastisch, siehe auch den Abschnitt Resümee/Ausblick.

Zur Zeit haben wieder diese Tennis – Internetlehrgänge  Konjunktur, die uns wichtige Verbesserungen der Tennistechnik empfehlen.
Selbstverständlich verfolgen wir regelmäßig die Tipps der Profitrainer.

Dabei stellt sich heraus, dass wir durch unsere grundsätzliche, an Biomechanik und Sportwissenschaft orientierte Betrachtungsweise frühzeitig immer „richtig“ lagen.

Deshalb stellen diese Trainertipps für uns selten wirkliche Innovationen dar.

Aber manchmal hat schon ein origineller Begriff eine suggestive und damit  positive didaktische Wirkung. Vielleicht hilft dem Einen oder Anderen die Vorstellung einer in der Hand hochgehaltenen „Schmutzigen Windel“ weiter,  um die pronationsorientierte erste Ausschwungsphase beim Service zu verdeutlichen, wie sie Jeff Salzenstein ins Gespräch bringt.

Aufschlag, wie soll er aussehen?
In mehreren Beiträgen behandeln wir auf dieser Website ausführlich den modernen Aufschlag. Wir leiteten ab, wie der moderne Aufschlag aussieht und funktioniert, warum er ein Fortschritt ist und mit welchen Tricks man bestimmte Störeffekte der Erbmotorik überlisten kann
Wie komme ich zum Spitzenaufschlag?, 
Wie kann man den Ballwurf verbessern?
Service 263 Km/h mit dem Rücken zum Netz
Was bedeutet Pronation beim Tennisschlag.

Schließlich haben wir diese Erkenntnisse in einer exemplarische Aufschlagsanalyse von talentierten 11-12-Jährigen im Rahmen eines konkreten, von uns erarbeiteten operationalen Beurteilungsschemas angewendet.

Motorik
Vorher untersuchten wir das Problem der Neuromuskulären Innervationsmuster im Hinblick auf die Schnelligkeit im Tennis und trugen auch das verfügbare Material zum Umlernen im Sport hier zusammen.

Schließlich untersuchten wir tonnenweise Videoclips sowie englischsprachige Tennisportale um möglichst alles über den Aufschlag zu erfahren. Hier prüfen wir nun, wie sich bestimmte Details beim „Selbstversuch“ bewähren und „anfühlen“ und geben damit dem Spieler die Möglichkeit, selbst an seinem Aufschlag zu arbeiten.

Auch unsere Experimente und Beobachtungen zum Trockentraining in der Wohnung geben Anregungen und Hinweise, die Jeder für sich nutzen kann.

Aufschlag in der Wohnung, wie soll das gehen?
Nicht jeder wohnt in einer umfunktionierten Fabrikhalle, in der man unbeengt einen realen Aufschlag üben kann. Aber ein Altbau mit entsprechender Deckenhöhe kann zumindest für das Training der Bewegungsbahnen ausreichend sein. Mit Softball oder ganz ohne Ball, das muss man ausprobieren. Ist die Decke niedriger, kann statt eines Schlägers eine kleine Hantel, Heavy-Hands, benutzt werden, die man außermittig hält. Das höhere Gewicht simuliert recht gut die Wiederstände, die ein längerer Schläger auf die Hand ausübt.

Wenn der „Übungsraum“ kleiner ist, kann es passieren, dass die Bewegungen enger geführt werden, als dies im Freien der Fall wäre. Diesen Effekt haben wir selbst beobachtet. Nach hinten wird die Ausholbewegung oft „vorsichtshalber“ eingeschränkt, obwohl genug Platz zur Verfügung steht. Nach vorne will man ein Aquarium oder eine Glasvitrine schützen.  Man sollte sich daher so aufstellen, dass jeweils ein Meter Distanz zu allen Einrichtungsgegenständen vorhanden ist.

Das ist wichtiger, als z.B. eine virtuelle Grundlinie auf dem Fußboden zu markieren: man braucht die nicht, denn wenn man auf dem Platz ist, ist die Orientierung ohnehin wieder vorgegeben, wenn man von der Vorteilsseite aufschlägt (linker Fuß steht parallel zur Grundlinie).

Trockenübungen sollten möglichst immer videokontrolliert werden, sofern kein kompetenter Trainer dabei ist.

Selbst bei guten Spielern und Trainern beobachtet man immer wieder, dass deren Trockenübungen leider überhaupt nicht vorbildlich sind! Sie wurden vermutlich niemals „von Außen“ kontrolliert.

IMAG0295Aufnahmetechnik“: Die weiter unten gezeigten Trockenübungen wurden in vierfacher slow-motion mit dem Smartphone HTC ONE X aufgenommen. Selbst die technisch ungünstigen Gegenlichtaufnahmen sind noch ausreichend, um wichtige Aspekte der Bewegungsbahnen zu erkennen. Die Aufnahmen wurden mit den Android Apps VidTrim aus dem Film herausgeschnitten und mit V1 Golf analysiert und verglichen.
IMAG0296Eine primitive Aufhängevorrichtung an der – sonst nicht genutzten Schutzhülle des Smartphones hat gute Dienste zuhause und in der Tennishalle geleistet (Plastikschlaufe durch die Lautsprecheröffnung gezogen).

Vorteil gegenüber einem Stativ: man kann sich auch unvorbereitet filmen, etwa, wenn sich der Partner mal verspätet oder er den Termin vergessen hat.

Trockenübung Aufschlag; hier wurde, gegenüber früheren Versuchen auf eine Orientierung im Raum in Analogie zu den Verhältnissen auf dem Tennisplatz verzichtet. Die Zimmerwände sind somit nicht parallel zu gedachten Grund- und Seitenlinien. Dafür ist der Goldfisch nunmehr ungefährdet und auch die rückwärtige Falttür kann nichts abbekommen.

Auf den Ballwurf wurde erst mal verzichtet (Softball wäre aber möglich). Das Fehlen des Balles verursacht allerdings einige Fehler, die die Videoanalyse klar aufzeigt, und die in weiteren Übungen eliminiert werden müssen

  • Der angedeutete Ballwurf führt in den ersten Versuchen nicht zur Trophyposition
  • Die Wurfhand ist mit dem Handrücken nach oben orientiert
  • Der gedachte Treffpunkt ist erkennbar nicht hoch und steil genug, sondern liegt weiter vorne und zu weit unten.
  • Der Schlagarm ist im „Treffpunkt“ nicht gestreckt.
  • Der Absprung mit den Füßen ist im Vergleich zu den Realtrainings auf dem Platz kaum angedeutet. Entsprechend ist das Endbild sehr undynamisch.
  • Die Ausholschleife ist noch mit sehr eng geführtem Oberarm erkennbar, obwohl gerade daran gearbeitet wurde (abgespreizter Oberarm in der Ausgangsstellung). Dieses Charakteristikum dürfte wohl auf frühere, nicht videokontrollierte Trockenübungen in vergangenen Jahren zurückzuführen sein.
    (Die etwas noch vorne geneigte Haltung des Oberarms resultiert wohl aus Schulterbeschwerden. Hier muss allmählich wieder ein größerer Bewegungsumfang trainiert werden).

Folgende Verbesserungen sollten sich durch die Trockenübungen recht leicht erreichen lassen:

  • Der Oberarm wird nicht mehr so stark an den Oberkörper angelegt bzw. der Ellenbogen wird am Anfang mehr angehoben..
  • Der Schläger schwingt nun weiter hinter dem Rücken Richtung rechte Körperseite aus (dies ist aber evtl. eher eine Frage des Aufschlagstils).

Überraschendes Ergebnis
Bei einem direkten Vergleich der zeitlichen Verläufe von Trockenübung mit dem realen Aufschlagtraining auf dem Platz, fällt auf, dass beim Trockentraining der Schlägerkopf wesentlich schneller zum Ball kommt als beim Training auf dem Platz. Vermutlich werden Ausholschleife und Zuschlag unbewusst verlangsamt, um eine bessere Trefferkontrolle zu ermöglichen. Dies ist aber für die Schlägerbeschleunigung kontraproduktiv und muss abgestellt werden.

Vermutlich ist beim Spitzenaufschlag (siehe Sam Groth) der wesentliche Teil der Schlagbewegung open-loop, d.h. wird nicht mehr von der Motorik geregelt, siehe hierzu unseren Beitrag zur Schnelligkeit. Dies dürfte auch für unseren Aufschlag gelten. Gerade deshalb ist eine Umstellung der Bewegungsbahn, die das „Zeitbudget“ beeinflusst, so schwierig. Siehe die Bemühungen, die Unterarmpronation besser vorzubereiten, Bilder 2 + 3

Open loop beim Freizeitspieler

Beispiel für extremes Blindtreffen; seit einigen Wochen stellt YouTube den Service zur Verfügung, Gesichter unkenntlich zu machen, so dass mein Projekt, Freizeitaufschläge zu analysieren, nun persönlichkeitsrechtlich realisierbar erscheint.

Das würde auch erklären, dass Freizeitspieler, die den Ball im Treffpunkt gar nicht mehr sehen, dennoch eine ausreichende Trefferquote haben.

Bild 1, Darstellung der unterschiedlichen Beschleunigung einer im Prinzip gleichen Aufschlagbewegung vom gleichen Spieler, trocken bzw. mit Ball auf dem Platz. Die Zeitangaben beziehen sich auf slow-motion, sind also real um den Faktor vier kleiner.

Die Intervalllängen (Delta) sind auf die untere Bildreihe bezogen. In einigen Bildern weichen die Zeitdifferenzen der oberen Reihe etwas vom ausgewiesenen Delta ab, weil nach Ausstieg von V1 Golf  (kommt leider oft vor) die Neujustierung bzw. Synchronisierung der Anfangsbilder etwas ungenau vorgenommen wurde.

Um den zu früh angelegten Oberarm zu vermeiden (die synchrone Aufwärtsbewegung von linkem und rechtem Arm sollte aber weiterhin vermieden werden), wird eine Ausgangsstellung mit deutlich vom Oberkörper abgespreiztem Oberarm gewählt, wie sie uns von Ivaniesevic in Erinnerung ist. Die Winkel, in denen der Schläger dann gehalten wird, haben großen Einfluss auf die Bewegungsbahnen hinter dem Rücken und überformen mit ihrer Kinematik (Schwung) die neuromuskulären Innervationsmuster, die von allein die ausgeprägte Pronation nicht aufbauen .

Mit dem Trick a la Ivaniesevic wurde der Schlägerkopf sehr organisch weit hinter die rechte Seite des Rückens herausgeschwungen, so wie es gewünscht war. Was in der Trockenübung recht schnell klappte, wurde aber beim Realaufschlag nur mit Mühe reproduziert, siehe weiter unten.

Präzision bei schnellen Open-Loop-Bewegungen
In Zeitlupe wirkt die Aufgabenstellung, eine bestimmte Bewegungsbahn zu erzielen, recht einfach. Bei orginalem, also vierfachem Tempo, ist das schon wesentlich schwieriger, siehe hierzu unseren Beitrag Schnelligkeit im Tennis.

Als Nächstes haben wir geprüft, ob das Bewegungsbild auch dann stabil bleibt, wenn wir in der beinahe Realsituation auf dem Platz (Halle)  evtl. störende visuelle Impulse des Ballflugs auf die Motorik erleben. 

Synchroner Vergleich Trockenübung RealaufschlagBild 2  Abweichungen in den Bewegungsbahnen  von Trockenübung und Realaufschlag (Originaltabelle zum Download hier…)

Obwohl eine Stunde allein dem Aspekt des Loading/Pronationsvorbereitung im gewidmet wurde, ist es nicht gelungen, den Schlägerkopf sehr weit nach außen rechts zu schwingen, im Gegensatz zur Trockenübung (s. Bilder 3 und 4). Das Körpergefühl gaukelte eine viel intensivere Ausrichtung im gewünschten Sinne vor, als das Video schließlich zeigte. Doch die fünfmal aufgenommenen und direkt anschließend angeschauten Slow-Motion-Videos haben eine tendenzielle Korrektur und Verbesserung im Vergleich zu früheren Aufschlagversuchen erbracht (s. Bild 3, Spalten 1 und 2).

Die oben gezeigt Bildfolge macht in der Trockenübung deutlich, dass dieses gewünschte Loading erhebliche Extrazeit benötigt und daher von der Motorik erst in den Prozess des Balltreffens integriert werden muss.

Andere Zielgrößen des Aufschlags wurden bei dieser Übungsreihe nachrangig beachtet: Trophy-Position + Schulterkippe, etwas Eindrehen des Unterkörpers auf der linken Fußspitze im Uhrzeigersinn (Groth, was ja in den Trockenübungen zuhause durchaus realisiert werden konnte). Einige Aspekte erwiesen sich als stabil, insbesondere die bis unter die Taille herunterreichende Schleife.

Anhand der Videos scheint der Balltreffpunkt etwas zu weit nach rechts ausgewandert zu sein, obwohl gerade dies sich in der Vergangenheit bewährt hatte – aber bei sonst vermutlich anderen Vorraussetzungen.

Einige Aufsschläge gelangen aber, vom Schlaggefühl her beurteilt, schon recht ordentlich und brachten auch Speed. Daher scheint es sinnvoll, den beschrittenen Weg weiter zu verfolgen. In einigen Doppel-Matches gab es keine Doppelfehler, allerdings war der Aufschlag früher schon mal erheblich zwingender. Das muss dann noch kommen.

Die den Bildfolgen zugrunde liegenden Videos (Auswahl aus ca. 50 Einzelaufschlägen), sind in den folgenden beiden YouTubes gezeigt. Wieder fällt auf, dass der virtuelle Treffpunkt bei der Trockenübung nicht hoch genug ist: der Schlagarm ist bei der Trockenübung nicht gestreckt und eine angedeutete Sprungbewegung ist auch kaum zu sehen. Dies war also nicht der Situation in der Wohnung geschuldet.

Es fragt sich, ob diese Eigenarten mit ein Grund dafür sind, dass die neuromuskulären Innervatiosmuster von Trockenübung und Realaufschlag sich so schwer zur Deckung bringen lassen.

 Trockenübung

 

In Bild 3 (Spalten 2 +  3)  ist der Fortschritt in Bezug auf dieses (u.E. wichtige ) Detail gut abzulesen!
Die Abweichung gegenüber unserer Trockenübung (3. Spalte) ist aber noch erheblich.

Gegenüber den großen Vorbildern erreichen wir  jedoch bezüglich der Bewegungsbahnen schon eine recht ordentliche Annäherung.

Die bei den Spitzenspielern eingesetzten dynamischen Kräfte können hier wegen der athletischen Defizite nicht erwartet werden. Diese haben nicht nur Auswirkungen auf die Zeitverläufe und die erreichte Aufschlaggeschwindigkeit, sondern auch auf die genutzten Elastizitäten der Gelenke und damit Auslenkungen, die bei diesem höheren Geschwindigkeitsniveau erreicht werden können. Dabei ist nicht nur an die Sprunghöhe der Spitzenspieler gedacht.

Bild 3 Maximierung der Schlägerkopfauslenkung zur rechten Körperseite durch Trockenübungen und der Vergleich des Erreichten mit Spitzenspielern

Supination Pronation maximieren

Bild in Originalgröße, siehe hier….

Übungen zur Pronation beim Service

  1. Herren 65 Bezirksklasse (mit Ballwurf und als Trockenübung)
  2. Damen 40, 1.Vl
  3. im Vergleich zu  Milos Raonic und Roger Federer

Achte auch auf den „Dirty Diaper“ Ausschwung.

 

Dieser Clip wurde mit der Android-App „MovieAid“ auf  HTC one X erstellt.
Auf eine Vertonung haben wir verzichtet.
Die nötigen Erläuterungen wurden im Wege von Untertiteln gegeben.
Die Software erlaubt es, für jeden einzelnen zugefügten Clip genau eine Bewegungsphase bis zu 4-mal langsamer zu speichern. Zusammen mit der slow-motion der HTC -Kamera resultiert für diese Phasen daher eine achtfache slow-motion 

Diese Möglichkeiten wurden in obigem Clip zur besseren Sichtbarmachung des Aufbau der Pronation genutzt, bei der der Schlägerkopf  im unteren Wendepunkt der Schleife möglichst weit über die rechte Körperseite hinausschwingen soll.

Schmutzige Windel
Der US-Amerikanische Trainer Jeff Salzenstein nennt den spezifischen Ausschwung einer pronationsintensiven Service-Bewegung „Dirty Diaper“. Nämlich so hält man die schmutzige Windel des kleinen Bruders, den man eben mal trockengelegt hat. Siehe weiter hier…. und hier….

Bei unserer Trockenübung wurde dies schon gut umgesetzt; in dem Bewegungszusammenhang einschließlich Ballwurf und realem Treffen aber, ist dies noch nicht so gut gelungen, da die Übungsmöglichkeiten (durch die Entfernung eines sehr großen Blasensteines) einige Wochen nicht gegeben waren.

Wir erwarten aber, dass die Bewegungsaufgabe  „Pronation“  bis zum Frühjahr erfolgreich gelöst ist.

Resüme/Ausblick
Insgesamt wird  mit diesem Selbstexperiment gezeigt, dass Trockentraining mit ständiger Videokontrolle eine Umprogrammierung der Neuromuskulären Innervationsmuster ermöglicht.

Die Videokontrolle ermöglichte das Erlernen eines professionellen Aufschlagmusters, das ohne Videokontrolle in 20 Jahren nicht gelungen war.

Entscheidend dafür war wohl die vorerst letzte Korrektur, die an der linken Fußspitze ansetzte: nicht die Fußspitze soll beim Heranrücken des rechten Fußes – entgegen dem Uhrzeigersinn – in den Platz hineingedreht werden, sondern, im Gegenteil, die Ferse des linken Fußes muss um die aufgesetzte Fußspitze in den Platz hineindrücken, im Uhrzeigersinn nämlich.

Dadurch schwenkt der Körperschwerpunkt, also das Gesäß, genau wie bei Sam Groth, in das Feld, Richtung Netz und alles „passt“ mit einmal. 

Erstmals ist nun der Stand erreicht, dass bei sorgfältiger Ausführung der Aufschlag besser und nicht, wie zuvor, schlechter „kommt“.  Eine lange Einspielphase (Eimer Bälle) ist jetzt nicht mehr erforderlich und das Erfolgs-Feed-Back geht nun in die richtige Richtung! Dadurch können die Feinjustierungen im normalen Spielbetrieb vorgenommen werden.

Sobald die Trainingsgelegenheit da ist, wird dies mit einem neuen YouTube-Clip hier ergänzend dokumentiert.

Nachtrag: frühere Phasen
Leider sind die früheren Phasen des Lernprozesses, vor ca. zwei Jahren, nicht aufgezeichnet. Wesentliche Mängel waren schlechte Beinarbeit (ohne Übertreten – bzw. weitem Ausgangsabstand von der Grundlinie war ein Aufschlag nicht möglich). Dies wurde durch die grundlegend geänderte Beinarbeit – innerer Schritt, Schwerpunktsverlagerung mit Heransetzen des hinteren Fußes – behoben.

Extrem mangelhafte Beckenbewegungen bzw. keine Schulterkippe und eine viel zu früh einsetzende Treffbemühung waren weitere Fehlerquellen, die erst bei Trainingssituationen nach mehr als 50 Aufschlägen aus dem Eimer automatisch etwas abgebaut wurden. Dies waren Effekte, die einen Aufschlag nur mit maximalen Reißbewegungen möglich machten. Dies wiederum brachte sehr prekäre Timing-Situation mit sich. Doppelfehler auch bei niedrigem Geschwindigkeitsniveau waren somit vorprogrammiert.

© Dr. Holger Hillmer

3 Kommentare

  1. In der Tat – jedem das sein 🙂

    Ansgar

  2. Guter Beitrag! Aus Sorge um die schöne Möbel würde ich aber doch einen schönen Court in Wohnortnähe zum Training empfehlen 🙂 Kann man ja dank Easysport (www.easysport.de) und vergleichbaren Diensten ja mittlerweile auch spontan für 1-2 Stündchen buchen… 🙂

    Schöner Blog,

    Ansgar

    • Danke, für den Hinweis. Neben der Kostenfrage ist auch der Zeitaufwand (Anfahrt/Abfahrt) zu bedenken. Aber das Eine schließt das Andere ja nicht aus.

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